NAK



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zu sammeln. Jahresgaben 2009                                                                                                                                                  zurück

Politika
Erklärtes Ziel des NAK ist es, die Ausdrucksmöglichkeiten und Positionierungen von Kunst in Gegenwart und Gesellschaft aufzuzeigen. Der NAK möchte Diskurse aufgreifen und auf ihre innere Verbundenheit hin testen, und geht dabei mit Künstlern Seite an Seite, die ihre Zeitgenossenschaft als Motor ihrer Arbeit begreifen. Interdisziplinäre und genreübergreifende Arbeiten gehen damit einher. Künstler setzen sich direkt mit der öffentlichen Meinung auseinander und machen sich die Medien der Werbeindustrie ebenso wie der politischen Meinungsbildung zu eigen. Damit sprechen sie nicht nur den Betrachter direkt an, sondern konfrontieren und/oder unterwandern Politik, Konsumwelt und deren Strategien.

390 € MG / 490 € Setpreis
Klaus Staeck         Thomas Locher                 Isa Genzken                     Andreas Siekmann                                                




Deutliches Beispiel für diese Art von
künstlerischer Herangehensweise ist
die Jahresgabe von Klaus Staeck
(*1938) von 1997.
Seit den 70er Jahren hat Staeck etwa 300 Plakate entworfen, in denen er die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Bundesrepublik kritisch und zutiefst ironisch konterkariert und dabei sämtliche Register der Plakatgestaltung und des Agitprop im besten Sinne zieht. Im Poster für den NAK bezieht Staeck durch Zuspitzung und kleine Sprachverschiebungen im Bildungsdiskurs Position.

Bei Thomas Locher (*1956), der
mit raumgreifenden Textarbeiten bekannt wurde, funktioniert die Auseinandersetzung mit Politik und ihrer sprachlichen Manifestation subtil, aber ebenso prägnant wie bei Staeck. In seiner Arbeit zum Grundgesetz setzt Locher jedem einzelnen, sachlich formulierten Artikel eine Kolumne mit gezielt subjektiver Sprache entgegen,
die die Begriffe und Postulate
des Grundgesetzes in einem Fragestrom auf die Bedeutung für den Einzelnen abklopft.
In der Jahresgabe für den NAK von 1998 lassen Sätze wie „Du wirst es nicht schaffen“, „Man wird dich nicht lassen“ direkt an
die Modifikation des Asylrechts in den 90ern denken, ursprünglich eine der Grundfesten der neu gegründeten Bundesrepublik.
Isa Genzken (*1948), eine Künstlerin, die auf kein Medium festzulegen ist, war bereits auf drei documentas vertreten. Ihr Interesse an gesellschaftlichen,
politischen und ökonomischen
Bedingungen und Ausnahme- situationen spiegelt sich auch in der Jahresgabe von 2003 wieder. Sie zeigt einen Clash von Polizei und Demonstranten aus Vogelsicht, einen Konflikt von Staat und Bevölkerung, ganz nah herangezoomt. Das völlige Chaos zeigt die schwelende Unkontrollierbarkeit von sozialen Situationen.
Gleichzeitig hinterfragt Genzken
in diesem Druck künstlerische Produktionstechniken. Mit den Wellen, die das Papier schlägt, ist auch hier eine Fragilität, Unvollkommenheit und
Unkontrollierbarkeit angelegt, wie sie oft in Genzkens Werken zu finden ist.
Andreas Siekmann (*1961) verlagert seine künstlerische Praxis explizit in den öffentlichen Raum und sucht den engen Austausch mit dessen Planern und Benutzern. Sein Thema, die Ökonomisierung und Privatisierung des Stadtraumes und mögliche Gegenentwürfe, findet auch in der NAK-Jahresgabe ihren Ausdruck. Für die im NAK 1997 gezeigte Skulpturenausstellung
„Sonsbeek 93“ entwarf
Siekmann den „Platz der permanenten Neugestaltung“, der die verschiedenen
potentiellen Nutzer eines
öffentlichen Platzes und ihre jeweiligen Interessen in den Mittelpunkt von sieben fiktiven Platzgestaltungen stellte. Die Ausrichtung eines Ortes auf eine Benutzergruppe nimmt den Ausschluss anderer Gruppen in Kauf – eine stadtimmanente Konfliktstellung.

Ein Volk das solche Boxer hat …
1997.
Piezo-Print.
DIN A 1.
Signiert.
Auflage unbekannt

7,50 € 
GG. Art. 16a (Asylrecht)
1996/1998.
Offsetdruck.
59,4 x 84,1 cm.
Signiert und
nummeriert.
Auflage 100 + 50 A.P.

25 €/ 50 €
Ohne Titel
1981/1988.
Offset-Druck, gerahmt.
60 x 50 cm.
Rückseitig datiert und
signiert.
Edition für die INITKunsthalle, Berlin

150 €/ 200 €
Platz der Permanenten
Neugestaltung

1993/1997.
Auf Folie kopierte
Zeichnungen, Set aus 7 Folien.
20 x 21 cm.
Auflage 18

300 €/ 350 €

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