NAK



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zu sammeln. Jahresgaben 2009                                                                                                                                                                                 zurück
Nothing is written

Kunst und Sprache – eine vermeintlich widersprüchliche Kombination, die spätestens seit den späten 1960er Jahren mit dem Künstlerkollektiv „Art and Language“ für eine mehr konzeptionell und analytisch angelegte Richtung der zeitgenössischen Kunst steht, und diese wesentlich neu belebt hat. In der Folge ist die Auseinandersetzung mit allen Facetten von Sprache zu einem fruchtbaren und andauernd aktuellen Feld für die junge Kunstproduktion
geworden – eine Entwicklung, die sich auch in zahlreichen Ausstellungen des NAK wiederspiegelt.


2.100 € MG / 2.500 € Setpreis
             
Fiona Banner         Ulrich
 Strothjohann
                Katharina Jahnke                     Mischa Kuball                         Peter Zimmermann                         Mariana Castillo Deball   Albrecht Schäfer





Fiona Banner (*1966) wurde 2002 für ihre Ausstellung im NAK und im DCA, Dundee, für den Turner Prize nominiert. In ihren Wandarbeiten,
Skulpturen und
 Installationen beschäftigt sie sich mit der Über- setzung von Texträumen in Bild- räume, indem sie in Handschrift oder
 Typografie Texte räumlich darstellt. Dem Betrachter erschließen sich die Inhalte
fragmentarisch und assoziativ. Im Zentrum der Edition „Solar Anus“, die Fiona Banner für den NAK gestaltet hat, steht der gleichnamige Text des Surrealisten George Bataille, der in schockierender Weise die Kraft seines sexuellen Begehrens mit jener des  Universums gleichsetzt.
Der in Köln lebende Künstler Ulrich
Strothjohann
(*1954) zeichnet sich durch Gruppenprojekte, Präsenz in inter- nationalen Ausstellungen und seine zentrale Funktion für das Atelier Martin Kippenbergers aus. In seinen Skulpturen vermittelt sich eine spezifische Dimension seiner Arbeit, die auch typisch für seine speziell für den NAK konzipierte Jahresgabe ist: Sie
ist objekthaft autonom und signalisiert zugleich Realitäts- befragung. Es
entstehen durch sie Interpretations- und
Narrationsketten, die im Alltag des Ateliers beginnen und in experimenteller
Philosophie enden.
Auch Katharina Jahnke (*1968), die in Köln lebt, rührt an die großen
Fragen der Menschheit. In ihrer für den NAK entworfenen Serie hat sie im Stil der Namens- aufnäher alter
amerikanischer Tankwartuniformen
zwölf letzte Worte fiktiver Personen in
textile Form gefasst. Mit minimalem Text erzeugt sie so das Bild eines
Charakters oder gar einer kompletten
Biografie.
Mischa Kuball (*1959) ist seit 2007 Professor für Medienkunst an der Hochschule für Medien in Köln. In seinen Arbeiten dreht sich alles um das Licht, da es weite Raumdistanzen
überwindet, weithin sichtbar ist und sich daher hervorragend als öffentliches
Kommunikationsmittel einsetzen lässt. In seiner Jahresgabe für den NAK thematisiert Kuball in einer Art platonischem Höhlengleichnis, wie
die Teilbereiche unseres Wissens und Nichtwissens stets von dem für uns sichtbaren Ausschnitt abhängen.
.Bei Peter Zimmermann (*1956) ist die Aus- einandersetzung mit Sprache kein Thema, das im Fokus liegt.
Der seit langem international etablierte
Künstler nimmt die Sprache eher als etwas hin, das zufällig ins
Spiel kommt, wenn es ihm darum geht, vorhandene Bilder zu vergrößern und Objekte im Raum extrem zu dehnen. Für die Jahres- gabe des NAK hat er diese Heran- gehensweise in ein Objekt übersetzt, dass als „Ohr“ sowohl die raumgreifende als
auch die verzerrende Komponente von Kommunikation ins Spiel bringt.
Für die mexikanische Künstlerin Mariana Castillo Deball
(*1975) ist der Umgang mit „Wissensspeichern“
im weitesten Sinne,
mit Archiven, Bibliotheken, Büchern
und Texten wesentlicher Bezugspunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit. In der zauberhaften Edition für den NAK hat
sie einen Text auf 89 Bleistifte verteilt, die somit sowohl Träger wie
Produzenten von Schrift sind. Die Textfragmente lassen eine Poesie des
Unausgesprochenen, des Unvollständigen
entstehen.
Kennzeichnend für die Kunst von
Albrecht Schäfer (*1967) ist das
Behutsame. In winzigen Eingriffen gewinnt er Alltäglichem  über- raschend neue Einsichten, Drehungen und Wendungen ab. Viel mehr als die Sprache selbst interessieren ihn
Schrift und Zeitungen als formhafte, gestaltete Träger von Information. Für die Jahresgabe des NAK hat Schäfer einer Seite der NZZ alle Teile entnommen, die Text enthalten – nur die
Ränder des Textlayouts und die „und“ sind noch stehen geblieben.

Solar Anus
2002
Offset-Litho auf
Papier
 70 x 70 cm.
signiert und nummeriert
ungerahmt
Auflage 50

500 €/ 550 € 

ein weiteres Motiv hier
erratum
2004
C-Print
28 x 20 cm
signiert und nummeriert
ungerahmt
Auflage 170

27 €/ 36 €
and now what
2005
Serie von 12 verschiedenen
Aufnähern mit den letzten Worten von
fiktiven Personen
Durchmesser 10 cm

12 Unikate

je 300 €/ 350 €
Sprachraum/fragen
1996
Fotografie
73 x 53 cm
signiert und nummeriert
ungerahmt
Auflage 12

350 €/ 400 €
Ear
1999
Epoxidharz auf Leinwand.
40 x 28 cm
signiert und nummeriert
ungerahmt
10 Unikate

600 €/ 750 €
No Island is an Island
2002
Text auf 89 Bleistiften.
70 x 27,5 cm
15 Sets

400 €/ 500 €
Set im Karton
4 €/ 4,50 €
Bleistift einzeln
,,NZZ 12.9.06, S.27 (und)"
2006. Zeitungspapier, ausgeschnitten,
gerahmt
 56,5 x 41,2 cm
Auflage 5

500 €/ 600 €
 

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