Arbeiten in Glas und Metall
"Die im Kabinett des Neuen Aachener Kunstvereins (Café Kunstpause)
ausgestellten Objekte sind Teil einer Arbeit, bei der der Vorgang des
Entwerfens, d.h. gerade auch das Experimentieren mit der für mich zunächst ganz
neuen und unbekannten Kombination von Glas mit Metall, die im Schmelzprozess in
Verbindung treten, im wesentlichen die bildnerischen Untersuchungen bestimmt.
Beim Erforschen und Experimentieren dieser beiden unterschiedlichen
Materialien Glas und Metall in ihrer Verbindung, entwickelt sich ein Spiel,
dessen Reiz darin besteht, mal das Metall vom Glas sich umschließen zu lassen,
mal das Glas vom Metall. So wird zum einen das Glas als konservierendes,
einschließendes, zugleich aber durchscheinendes, transparentes Medium
eingesetzt, wobei besonders auch der Kontrast von konserviertem Inneren und aus
dem Glas herausragenden, durch den Hitzeprozess verwittert erscheinendem
Äußeren, reizt, zum anderen das Metallgewebe als ein das Glas verschließendes,
teilweise vom flüssigen Glas getränkt, wobei das Durchscheinende des Glases und
Metallgewebes erhalten bleibt.
Die Eigenart – das Eigenartige – des Brennprozesses, das Schmelzen des
Glases und die Oxidation der Metalle, die miteinander in Verbindung treten, ist
in den Bildungsprozess miteinbezogen, weil sich durch Organisieren und
Kombinieren der beiden unterschiedlichen Materialien und Verfahrensweisen immer
wieder eine eigenständige Bildform entwickeln lässt.
Die ausgestellten Arbeiten zeigen die unterschiedlichen Stationen meiner
bildnerischen Überlegungen und Untersuchungen – Objekte, die in dem Zeitraum
eines Jahres 1989/90 entstanden.
Ebenso sind die fotografischen Arbeiten aus dem Jahr 1988 Zeugnisse einer
Auseinandersetzung mit den Techniken und Mitteln der Fotografie, um mit diesen
über das Reproduktive hinaus, gerade auch in der unüblichen Anwendungsmethode,
z.B. durch die irreguläre Projektion, neue Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Denn für mich sind die Dinge ein Vorwand, um damit zu entdecken und zu
bauen und innerhalb ihrer Struktur meine Experimente zu betreiben."
Elke Werchan
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