Rauminstallation aus Knetmasse und Transparentpapier im Großen Raum und im
Kabinett.
Leni Hoffmann, geboren 1962 in Bad Pyrmont, studierte 1982 bis 1987 freie
Kunst bei Prof. Fischer und Prof. K.G. Pfahler an der Akademie der Bildenden
Künste in Nürnberg und ist Meisterschülerin von K. G. Pfahler.
Seit einigen Jahren konzipiert Leni Hoffmann Rauminstallationen mit einem
sehr ungewöhnlichen künstlerischen Material: bunter Knetmasse. Sie erregte
bereits großes Aufsehen mit diesen stets vergänglichen Inszenierungen, u.a.
1990 in einer Bar in Paris und mit einer sechsmonatigen, alle vier Wochen
veränderten Schaufenstergestaltung in Nürnberg sowie zuletzt 1992 im Musée d‘
Art Moderne in Paris und mit einer Einzelpräsentation im Frankfurter Portikus.
Eigentümlich ist diesen Installationen, dass sie durch das aus der Kindheit
bekannte, in der Kunst nie ernstgenommene Material auf den ersten Blick
dekorativ erscheinen: Leni Hoffmann verwendet bunte Farben, sie verteilt die
Masse großflächig über Schaufensterscheiben, Spiegel oder auf dem Boden von
Ausstellungsräumen, und sie drückt mit den Händen Muster in die Masse. Das
Ornament, seit der klassischen Moderne ein weithin verfemtes Element, ist in
allen Arbeiten der Künstlerin präsent. Bei näherem Hinsehen zeigen sich hier
jedoch gewaltige Bezüge zu den Paradigmen der Moderne: die Schemen abstrakter
Reihungen, die Autonomie von Material und Farbe sowie der Anspruch des
mitwirkenden Betrachters (sei es als Einfühlung oder Aktivität) werden
hintertrieben und zugleich ritualisiert, und damit auf besonders sinnliche
Weise forciert.
Im Neuen Aachener Kunstverein wird über eine Zeit von drei Wochen eine
Inszenierung zu sehen sein, welche Tag und Nacht zu besichtigen ist und die
Fassade des Gebäudes mit einbezieht: die großflächigen Schaufenster des Großen
Raums und des Kabinetts werden komplett mit Transparentpapier und Knetmasse
verklebt und so die üblicherweise transparente Straßenfront schließen.
Natürliches Tageslicht und nächtliche Neonbeleuchtung werden unterschiedliche
Bilder nach innen in den leerbleibenden Ausstellungsraum und nach außen, in
eine innerstädtische Nebenstraße, richten.
Daneben zeigt die Künstlerin in Dia-Guckkästen frühere Konzepte. |