Ausstellung: 9.7.-13.8.1995
Eröffnung: 8.7. 1995, 20 Uhr
Einführung: Wilhelm Schürmann
Monodramas
ist eine Gruppe von 10 kurzen Videos kommerzieller Länge, die
während der Werbepausen ausgestrahlt werden sollten. Obgleich sie
nur etwa 30 bis 60 Sekunden lang sind, scheint die Zeit in ihnen
verlangsamt zu sein, da sie, im Gegensatz zur gewöhnlichen
Fernsehmontage mit Sequenzen von weniger als einer Sekunde, in Realzeit
gedreht wurden.
Monodramas verfügt über eine lineare
Erzählstruktur (Anfang-Mitte-Ende); sein Schnitt übernimmt
die melodramatische Semiotik des Fernsehens, die durch die
Vorführung scheinbar absurder und sinnloser Themen gebrochen wird
und Enttäuschung hervorruft. Ein Bus und ein Auto verhindern mit
knapper Not einen Auffahrunfall; ein Wagen rollt einen Highway entlang,
ein anderer parkt; ein Mann sieht einen Fremden von seinem Balkon aus,
aber als er der Sache auf den Grund gehen will, ist er verschwunden;
zwei Männner treffen sich, einer sagt "Hi Gary", der andere
antwortet "I"m not Gary". Verneinung und Passivität sind ebenso
vertraute Themen wie Unterbrechung, Disjunktion und Desorientierung:
Themen, die die Unmöglichkeit von Kommunikation darstellen.
Monodramas sollen weder mit Vorspann noch Erklärung gezeigt
werden. Sie tragen eine Bedeutungskrise an ein Publikum, das nicht
darauf vorbereitet ist, sich diese Krise bewusst zu machen. Die Absicht
ist, mit den Sehgewohnheiten zu brechen und die Kontinuität des
Fernsehens zu unterbrechen.
Zitiert aus: Stan Douglas,
Ausstellungskatalog: Centre Georges Pompidou, Musée national
d"art moderne, Galeries contemporaines, Paris 11.1.-7.2.1994.
Die Ausstellung wurde weiterhin in Madrid, Zürich, Rotterdam und Berlin gezeigt.
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