Austellung: 6.April – 19. Mai 1997
Eröffnung: Samstag, 5. April, 20 Uhr
Einführung zur Ausstellung: Hubertus Butin
Dokumentationsraum: Öffentlicher Raum und öffentliche Kunst in Aachen
Vorträge
und Diskussionen mit Andreas Siekmann, Vertretern Aachener
Stadtplanungsgremien und Stadtplanern der RWTH Aachen, Arnold Voss,
Klaus Ronneberger, Katja Reichard, Christian Bracht, Anke Kempkes,
Stefan Römer, Cathy Skene und Barbara Straka.
Im Projekt "Platz der permanenten Neugestaltung" geht es um die Suche
nach einem
Potential und nach Kriterien, wie öffentlicher Raum überhaupt
noch benutzt/ gebraucht werden kann. Anlässlich der Ausstellung
"Sonsbeek '93" wurden '7 Plätze für Arnheim' vorgeschlagen,
wobei gezeigt werden sollte, wie sich ein Platz verändern kann,
wenn er von einer Gruppierung benutzt, von einem Vorgang besetzt oder
wenn er einfach sich selbst überlassen wird. In 7 Zeichnungsserien
dokumentierte Siekmann diese Überlegungen mit Bürgern und
städtischen Planern: 1) Platz der Selbstgestaltung, 2) Platz der
Gartenarbeit, 3) Platz der Teenies, 4) Platz der Verschwendung, 5)
Platz für den Winter, 6) Platz für die Mitarbeiter des
Planungsbüros und 7) Platz der Zentralperspektive. Für die
Dauer von Sonsbeek '93 wurde ein roter Bauzaun um den thematisierten
Platz errichtet und die Zeichnungsserien waren dort so installiert,
dass die Passanten sie durch Türspione betrachten konnten, als
Fallbeispiele von dem, was wäre, wenn der Platz diese oder jene
Funktion einnehmen würde.
Seit Beginn der 90er Jahre hat
sich der Begriff 'soziale Intervention' zu einem zentralen Schlagwort
in der Diskussion um Kunst im öffentlichen Raum entwickelt –
sowohl im Zuge einer verspäteten Situationismus-Rezeption als auch
als ein Versuch, abseits der populären heiteren
Stadtmöblierungskunst der 80er Jahre ein neues, inhaltliches
Legitimationsmuster von Kunst im öffentlichen Raum zu etablieren.
Das Projekt für Arnheim stellt grundsätzliche, auf andere
Städte übertragbare Bedingungen und Konfliktstellungen dieses
Raums dar. Dies gibt den Anlass für eine erneute, dokumentarisch
erweiterte Präsentation des Projekts und eine analytische,
interdisziplinäre Diskussion.
|
|