Seit
Mitte der siebziger Jahre beschäftigt sich der Schweizer Roman
Signer (*1938) mit
dem Medium Film und er setzt dieses Medium ein, um
Aktionen, Handlungsabläufe, Veränderungsprozesse
und
Bewegungen aufzunehmen. Signer nimmt eigenhändig inszenierte
Geschehnisse auf, die oft
wie pseudowissen- schaftliche
Versuchsanordnungen erscheinen und in den meisten (und bekanntesten)
Fällen
mit explosiven Energien verbunden sind. Minutiös werden
Explosionen von Kisten und Tischen dokumentiert oder
jede Auswirkung
von "knallenden" Geräuschen in der Natur: z.B. die Massenflucht
einer Schafherde auf einer Weide.
Roman Signers Werk setzt ein in
der Zeit konzeptueller ond prozessorientierter Ansätze in den
sechziger und siebziger Jahren. Am Beginn stand eine neue Idee von
"objektloser", aktionsorientierter Kunst,
die sich zu dieser Zeit aus
der Tradition der Fluxus-Happenings hinaus in strengere und sensiblere
Formen
bewegte. Malerei und Skulptur, die traditionellen, statischen
Medien der Kunst, wurden abgelöst von natürlichen und
handlungsbezogenen Konzepten und an die Stelle einer Ästhetik des
Künstlerischen
trat die Visualisierung des Alltäglichen und
empirisch Vorfindbaren.
Der Neue Aachener Kunstverein NAK zeigte eine
Auswahl von Signers "Arbeiten" aus den Jahren 1982 bis 1997,
welche die
singuläre Suggestionskraft und zugleich die zur Zeit wieder
höchst aktuelle Bedeutung seines Werks in der
zeitgenössischen Kunst demonstriert.
Die Realisierung dieser Präsentation wurde gefördert von der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Kuratorin: Sabine B. Vogel, Leitung: Susanne Titz
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