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Ausstellung im NAK: 24. Januar - 7. März 1999
Eröffnung: Samstag, 23. Januar 1999, 20 Uhr
Der
Hamburger Künstler Jonathan Meese, 1998 schlagartig bekannt
geworden durch materiallastige Räume für die Baseler
Kunstmesse "Liste 98", die Berliner Galerie Contemporary Fine Arts,
sowie für Ausstellungen in Wien und London und die Berlin
Biennale, hat sich in diesen ersten Projekten als ein Filmfan gezeigt.
In Kopien, Zeichnungen, Texten und ständig laufenden Videos
erschienen Meeses favorisierte Filme ("Clockwork Orange",
"Caligua" und "Zardoz") in requisitenartigen Objekten und in
Performances deren Vergegenwärtigung für eigene Aktionen.
Das
Soloprojekt im Neuen Aachener Kunstverein NAK demonstriert nun eine
Rückwirkung auf das Filmmedium, die Meeses Werk in den vergangenen
Monaten funktional werden ließ. Begeistert von Meeses Räumen
gaben Claus Boje und Leander Haußmann, Produzent und Regisseur
des Films "Sonnenallee", Jonathan Meese im Herbst 1998 den Auftrag, eine
Kulisse für ihren Film herzustellen, und luden ihn
schließlich auch als Darsteller ein.
"Sonnenallee", eine
70er-Jahre-Jugendgeschichte aus jener Ostberliner Straße mit
Blickkontakt zum Westen, nach einem Buch von Thomas Brussig, Leander
Haußmann und Detlev Buck (vgl. hierzu ZEIT-Magazin Nr.47,
12.11.98) wird erst zum fünfzigsten Jahrestag der DDR am 7.
Oktober 1999 in die Kinos kommen. Die Ausstellung im Neuen Aachener
Kunstverein zeigt indessen bereits die Kulisse von Meese sowie
Bühnenbilder der Sonnenallee aus den Babelsberger Studios - und
zwar im nächsten Schritt einer weiteren Verarbeitung durch den
Künstler. Jonathan Meese baut um die Requisiten und einige per
Video vorgeführte Rohschnitte des Films hier - am anderen Ende der
Republik - einen neuen Raum, der den filmischen Vorgang weitertreibt:
nach dem Status des Fans und dem des Beteiligten eine erneute
künstlerische Reaktion.
Am Eröffnungsabend realisieren
Jonathan Meese und Alexander Beyer, einer der Hauptdarsteller von
"Sonnenallee", eine gemeinsame Performance. Während der
Ausstellung finden zudem Abende mit Meeses Lieblingsfilmen statt.
Parallel
zeigt Werner Wernicke aus Aachen im Schauraum eine Installation mit dem
Titel "Forget about your ambitions and relax for a while": 3
Abbildungen, 3 Bildbeschreibungen, einen "Anhang" aus 25 Frames mit
Begriffen und einen weiteren Anhang als Musiksample und Bild - die
Erinnerung an das Video, in dem Andy Warhol oder sein Double einen
Packen leerer weißer Blätter zu Boden fallen
läßt, was vor ihm schon Bob Dylan tat, dessen Blätter
noch beschrieben waren.
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