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Ausstellung: 16. Mai bis 11.
Juli
Eröffnung: Samstag, 15. Mai 20 Uhr, Artist Talk
18 Uhr
Unter dem Titel "How Reliable is the Brain"
stellt sich im NAK ein künstlerisches Werk dar, dessen
inhaltliche und mediale Bedeutung in Deutschland bisher kaum bekannt
war.
Anne-Mie van Kerckhoven (*1951), Absolventin im
Fachbereich Graphik Design der Königlichen Akademie der
Schönen Künste in Antwerpen, seit einigen Jahren
Dozentin an der Königlichen Kunstakademie in Gent und an der
Rijksakademie in Amsterdam, arbeitet seit 1975 parallel in den
Bereichen Zeichnung, Installation, Film, Video und digitale Animation.
Ihr Werk steht für eine frühzeitige und inzwischen
langjährig vollzogene Multimedialität in der
Gegenwartskunst, welche anknüpfend an die
Präsentation von Valie Export im NAK (Valie Export:
Psycho-Prognose, 1998) als Manifest einer nachfolgenden Generation
gelten kann.
Das Werk von Anne-Mie van Kerckhoven
erschließt sich in einer Auseinandersetzung, die im Titel der
Ausstellung "How Reliable is the Brain?", deutsch: Wie
verlässlich ist das Gehirn? eine signalhafte Frage
erhält. Seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit
bilden wissenschaftliche Theorien den Hintergrund, die sie um 1980 in
Zusammenarbeit mit dem Labor für künstliche
Intelligenz in Brüssel und dem dortigen Informatiker Luc
Steels kennen lernte. Anders als viele Kolleginnen und Kollegen der
heute jungen Generation arbeitete Anne-Mie van Kerckhoven nicht mit
äußeren, der Fotografie oder dem Film entlehnten
Mitteln der Visualisierung, sondern mit einer synthetischen
Formfindung, die ihren Anfang stets im subjektiven, von Konturen,
Kompositionen und Farben bestimmten Medium der Zeichnung findet.
Alte
und neue Medien der Kunst sind in diesem Werk in einem Prozess der
Verschleifung zu erfahren. Und auch manipulative Bildbearbeitungen, die
beispielweise in van Kerckhovens filmischen Animationen erscheinen,
werden hier stets als Nachfolger von zeichnerischem Arbeiten bewusst.
Die
künstlerische Auseinandersetzung von Anne-Mie van Kerckhoven
ist geprägt von einem sensiblen Bewusstsein für die
mentale Befindlichkeit von Menschen in den Spät- bzw.
Postzeiten der Moderne. Die kulturelle Situation der siebziger und
achtziger Jahre ist ein wichtiges Moment dieses künstlerischen
Werks, seiner multimedialen, psychologisch begründeten und
interdisziplinär manifestierten Ausrichtung. Es zielt auf
Grenzbereiche des individuellen, weiblichen und
männlichen Alleingestelltseins, auf Momente von Kompensation
und Überwindung, mithin auf
‚Gratwanderungen‘ menschlicher Existenz.
Die
Twodo Collection am NAK erwirbt eine Werkgruppe der
Künstlerin, um einen signifikan-ten Bestand ihres bisher kaum
öffentlich sichtbaren Werks zu sichern. Diese Erwerbung
geschieht zu einem Zeitpunkt, den Anne-Mie van Kerckhoven als den
Beginn ihrer Präsentation bezeichnet: Weit greifende
Werkkomplexe sind jetzt zu einem Konvolut angewachsen, welches einen
ebenso weit greifenden Ansatz nach nunmehr 29 Jahren
künstlerischer Praxis allseits vermittelbar macht.
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