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Ausstellung: 16. Oktober
– 20. November 2005
Eröffnung: Samstag, 15. Oktober 2005 um 20 Uhr
Artist Talk: 19 Uhr; Performance: 21 Uhr
Performance: Daniel González Clothes Project / D.G. -
*Falling ’nLove makes me stupid/ *Ponchos Collection
Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 13. Oktober 2005 um 15 Uhr
Führungen: jeweils Sonntag um 15 Uhr
16. Oktober, 6. und 20. November 2005
Die hier zusammengeführten Einzelpräsentationen der
Arbeiten
von Jochen Twelker und Kaucyila Brooke stellen zwei verschiedene
künstlerische Positionen vor, die sich im Punkt der Reflexion
über die Bedeutungsstärke und Definitionsgewalt von
Kleidung
im Sinne einer – sich nicht immer nur rasch
verändernden
– Mode berühren.
In der Ausstellung strange days zeigt Jochen Twelker (*1957, lebt und
arbeitet in Berlin) zwei unterschiedliche Serien. Einerseits umkreisen
die Arbeiten die Thematik einer bestimmten sozialen Gruppe (Soldaten,
Flüchtlinge, religiöse Gruppen) und andererseits, wie
in den
Portraits, behandeln sie unterschiedliche Stilisierungen von
Individualität. Sowohl das Individuelle als auch die Masse
werden
auf einer Metaebene in den Aquarellen und Gemälden gebrochen.
Sie
erscheinen als Resultate massenmedialer Vermittlung. Die
Porträts
verstehen sich nicht im wörtlichen Sinne als das Abbilden
eines
Gesichtes, da das Antlitz des Porträtieren im Bild
außen vor
bleibt. Anstelle dessen wird Individualität durch ein in
unterschiedlichen Stilen gestaltetes und auf die Kleidung aufgedrucktes
Gesicht vermittelt. Dergestalt wird das Singuläre als ein
Konstrukt aus einem Mix an Moden und Stilen entlarvt. In den Arbeiten,
die sich mit dem Phänomen der über eine
Kleidungsvorschrift
zusammengehaltenen oder der unabhängig vom Dresscode
aufeinandertreffenden Masse beschäftigen, nimmt der
Künstler
die Bildperspektive einer durch Medien vermittelten Vorstellungswelt
auf.
Der Serie Kathy Acker’s Clothes der amerikanischen Fotografin
Kaucyila Brooke (*1954, lebt in Los Angeles) hingegen
beschäftigt
sich mit der hinterlassenen Garderobe der Schriftstellerin Kathy Acker,
die 1998 verstarb. Kathy Acker, Ikone der Beat-Generation, steht als
Schriftstellerin für eine Befreiung der weiblichen
Sexualität
jenseits von bereits vorgedachten Rollenmustern. In ihren Fotografien
erzählt Brooke die Geschichte dieses Lebens, indem sie jedes
Kleidungsstück einzeln, auf einem Bügel
hängend,
fotografisch dokumentiert. Diese Vorgehensweise verdichtet die
Konzentration auf das, was abwesend ist und fehlt. Die Leere, die die
einstige Kleidungsträgerin hinterlassen hat, wird schmerzlich
spürbar. Fast reflexartig beginnt beim Betrachter die
Spurensuche:
Was sagt uns die übriggebliebene Kleidung, welche Zeichen,
welche
Hinweise und Rückschlüsse erlaubt sie uns in Hinblick
auf
ihre ursprüngliche Besitzerin? Und so befindet man sich schon
mitten in der von Brooke für uns bereiteten Geschichte,
befragt
die Bilder zur Person Kathy Acker und erfährt dadurch etwas
über sich selbst und seine ungeprüften Annahmen der
Welt, die
man sich anhand der Ausdruckssprache der Kleidung von anderen macht.
Falling in love makes me stupid/ponchos collection – ist der
ironische Titel einer als Modenschau inszenierten Performance des
argentinischen Künstlers Daniel González (*1963,
lebt und
arbeitet in Berlin). Der Künstler versteht Kleidung einerseits
als
Synthese der Daseinsbedingungen in grellen, schreienden Metropolen und
andererseits behandelt er die so entstehend Kollektion als tragbare
Skulpturen. Inspiriert am typisch südamerikanischen
Kleidungsstück des Ponchos als Rebellion der Form und der
Farben
gilt seine künstlerische Auseinandersetzung dem Kampf
für die
Träume. |