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Ausstellung: 26. Juni -
14. August 2005
Ausstellungseröffnung: Samstag, 25. Juni 2005 um 20 Uhr im NAK
Führungen: jeweils Sonntag, 15 Uhr, am 3., 17. und 31. Juli
sowie am 7. August 2005
In der ersten großen institutionellen Einzelausstellung des
belgischen Künstlers Kris Martin (*1972) werden Arbeiten
gezeigt,
die - obgleich sie aus unterschiedlichen Medien und Materialien
bestehen - beständig die Thematik der Kognition umkreisen. Da
der
Künstler meistens vom Gedanken und nicht vom Material
ausgehend
seinen Schaffensprozess startet, ist das jeweilige Material
für
ihn nur ein Werkzeug, mittels dessen er der Idee Form gibt. So kann
sich das Spektrum der Materialität von Gold über Holz
bis hin
zu einem alten Banksafe oder einer Schwarzweißfotografie
erstrecken. Den farblichen Bogen der Ausstellung spannt der
Künstler von minimalen Grau-, Weiß-,
Schwarz-Konstellationen
hin zu Gold, wobei Gold als kostbares Material in eine ganz bewusste
Konfrontation zur Form des Objektes gestellt wird.
So explodiert beispielsweise in der Arbeit "100 years" die goldene, mit
einem Zeitmechanismus versehende, Bombe in 100 Jahren und
zerstört
damit sich selbst, d.h. das Kunstobjekt. Gleichzeitig verweist dieses
Explodieren auf übertragener Ebene aber auch auf die
Explosionskraft künstlerischer Ideen, die oftmals in der Lage
sind, alte Denk- und Wahrnehmungsmodelle aufzusprengen. Ein goldener
Trichter verbindet Idiotie und Macht. Der umgekehrt auf dem Kopf eines
Menschen getragene Trichter, der in niederländischer Malerei
das
ikonische Zeichen für Idiotie ist, wird durch das Material
Gold,
das für gewöhnlich das Material einer ebenfalls auf
dem Kopf
getragenen Krone ist, zu einem visuellen Reflexionsinstrument, das
über die komplexen Strukturen von Macht und - damit verbunden
-
über die hauchzarte Grenzlinie der Idiotie von Macht
nachdenkt.
Indem der Künstler einerseits bestehende Bedeutung
zerstört,
schafft er andererseits aus der Zerstörung neue Signifikate.
So
schreibt er beispielsweise den kompletten Text von "Die Verwandlung"
von Franz Kafka auf ein einzelnes Blatt Papier, wodurch die Lesbarkeit
der Wörter unmöglich wird, da eine Art schwarzer
Tintenteppich entsteht, aber die Verwandlung durch die Transformation
in ein visuelles Objekt auf einer anderen Ebene vorgenommen wird.
In der Komplexität und Intensität der
Arbeiten von
Kris
Martin liegt für den Betrachter die ungeheure Faszination, die
er
erfährt, wenn er sich darauf einlässt und in die Welt
der
durch das Kunstwerk angebotenen Denkstrukturen eintaucht. Dass dies
mitunter einer gezielten Vermittlung bedarf, sind wir uns bewusst!
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