Eine Ausstellung im
Rahmen des Projekts „After Cage – 24 Sammlungen in Bewegung“
Ausstellung: 27. August – 05.
November
Eröffnung: 26.
August 2006 20 Uhr
Artist Talk 19 Uhr
Führungen zur
Ausstellung:
10. September, 15
Uhr
22. Oktober, 15 Uhr
Im Rahmen der
Kunstroute Aachen:
23. September, 14
Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr
24. September, 14
Uhr und 16 Uhr
"Ein Spieler, der
im Spiel aufgeht, vom Spiel gepackt ist, stellt sich nicht auf das ein, was er
sieht, sondern auf das, was er vorhersieht, was er in der unmittelbar
wahrgenommenen Gegenwart bereits vorausblickend erfaßt, […]. Er entscheidet
nach objektiven Wahrscheinlichkeiten." - Pierre Bourdieu, Sozialer Sinn, 1993
Das Casino Social ist der Ort,
an dem soziale Konstellationen, die aus subjektiven Einschätzungen und
persönlichen Motiven bestehen, in die große Rotation des Lebens eingebunden
werden. Alle Handlungen sind in ein Netz mathematischer Strukturen eingesponnen
und verdeutlichen so das Wirken des Zufalls auf eine Welt, deren Wahrnehmung in
newtonscher Tradition kausal und sinnerfüllt sein sollte, dies letztendlich
aber immer wieder versagt. Das Aufscheinen von Unsicherheit und die Strenge von
Ordnungsstrukturen, die außerhalb menschlicher Einflussnahme existieren,
erzeugen den Wunsch nach Vereinfachung, die bei wachsender Komplexität immer
unwahrscheinlicher wird.
Der in Berlin lebende chilenische Künstler Pablo Zuleta Zahr (*1978) präsentiert
im NAK seine erste Einzelausstellung, die sowohl ältere Fotoarbeiten als auch
die Vierkanal-Videoinstallation Butterfly
Jackpot zeigt. Die Installation wurde speziell für das euregionale Projekt After Cage vom NAK und dem Z33 in
Hasselt, Belgien produziert.
Die Installation greift wesentliche Überlegungen des Musikers und
Künstlers John Cage (*1912–1992) auf und führt diese in der Übertragung auf
soziale Interaktionen fort. Zuleta Zahr hat eine Struktur aus mathematisch
vorgegebenen Variabeln geschaffen, in der er vier Mädchen aus und in vier
Städten der Euregio agieren lässt. Die soziale Interaktion, zu Beginn noch
beliebig und spontan, erstarrt in der Strenge des Konzepts letztendlich soweit,
dass der Blick auf die grundlegenden Strukturen des Lebens, auf das Wirken von
Wiederholung und die Rolle zufälliger Abweichung darin frei wird.