ALEXANDRE DA CUNHA – DAMIEN ROACH
14. Januar
– 25. Februar 2007
ERÖFFNUNG:
Samstag, 13. Januar 20 Uhr
Artist Talk 19
Uhr
FÜHRUNGEN ZUR AUSSTELLUNG: Sonntag
21. Januar,
11.
und 25. Februar jeweils
15 Uhr
In der ersten
institutionellen Ausstellung in Deutschland
zeigt der NAK in Einzelpräsentationen Arbeiten des
brasilianischen Künstlers Alexandre
da Cunha sowie des englischen
Künstlers Damien Roach.
Beide
Künstler setzen sich in ihren Werken mittels gefundener
beziehungsweise
billiger oder unprätentiöser Materialien mit
gegebenen gesellschaftlichen
Problematiken auseinander. Während bei Alexandre da Cunha
stärker politische Implikationen
zu sehen sind, handeln die Arbeiten von Damien Roach das Thema auf
einer anderen
philosophischen Ebene ab. Im Zusammenspiel der beiden Künstler
aber wird die
Macht des Alltäglichen und Banalen, die versteckte Poesie der
unscheinbaren
Dinge sowie auch das Fragile, Verletzliche und Prekäre der
Existenz zum Symbol
für die Bedingungen des Menschen in der gegenwärtigen
Gesellschaft.
Damien
Roach thematisiert
die Verschiebung der
Signifikation in den oftmals die Spuren ihrer Verwendung tragenden
Objekten des
Alltäglichen im Sinne der Entdeckung des Fremdartigen im
Gewöhnlichen. Das
Unbestimmte und Vorübergehende der Erfahrung sowie das
Fehlende oder
Unsichtbare sind Themen seiner Werke, die sich in verschiedensten
Medien – wie
beispielsweise Malerei, Video, Animationen, Zeichnungen und
drei-dimensionale
Arbeiten – ausdrücken. Für die Ausstellung
im NAK wird der Künstler eine Reihe
von Arbeiten schaffen, die sich mit dem Abwesenden, dem Fehlen, der
Leerstelle
als fragiles, prekäres Element des Seins auseinandersetzen. In
unterschiedlichen Medien wird das Abwesende, das Flüchtige und
Vergängliche
oder auch das „Fast-Nichts“ als sinnstiftendes und
zugleich auch als brüchiges
Zeichen alles Seienden gewertet, das jederzeit den Rezipienten in einen
Abgrund
des Taumels der Signifikanten stürzen kann.

Alexandre
da Cunha arbeitet
oftmals mit billigen
Massenprodukten, die meist aus dem häuslichen Umfeld stammen.
In diesen
scheinbar simplen, „gebastelten“ Werken werden
neben der Präsentation des
Prekären und Banalen aber auch Implikationen des Politischen
aufgerufen, wenn
der künstlerische Ansatz Handlungsweisen und Praktiken der
„Approbiation“, der
Aneignung aufweist und sich auf Materialien bezieht, die im
täglichen Leben
eine Rolle spielen. Entsprechend
der Technik
der Bricolage reinterpretiert da Cunha Materialien und ihre
implizierten
Bedeutungen. Neuere Arbeiten des Künstlers nehmen dezidiert
Bezug auf das
System der Kunst und dort vor allem auf die Moderne. Die Perzeptions-
und
Kognitionsbedingungen moderner Kunst sowie der ihr zugesprochene Wert
wird anhand
der bewussten Wahl billiger Materialien hinterfragt.
PRESS RELEASE
ALEXANDRE DA CUNHA –
DAMIEN ROACH
January
14th – February 25th,
2007
Opening:
Saturday, January
13th, 8 pm
Artist
Talk 7 pm
Guided tours:
Sunday, January 21st, February
11th and 25th, always at 3
pm
NAK
is proud to present the first
institutional solo shows of the Brazilian artist Alexandre
da Cunha and of the English artist Damien
Roach in Germany.
Both artists deal in their works with found and respectively cheap or
unpretentious
materials and given social problematic. While Alexandre da Cunha is
directly
implying politics, the works of Damien Roach handle the subject on a
different
philosophical level. In the interplay of both artists the power of
existence in
aspects of daily grind and trivia, the hidden poetic of the unimposing
as well
as the fragile, vulnerable and precarious becomes a symbol for the
human
condition in the present society.
Damien
Roach
focuses the dislocation of
signification in daily objects which bear the traces of their usage in
a sense
of discovery of the unfamiliar in the usual. The indefinite and passing
experience as well as the missing and invisible are subjects in his
works,
which express themselves in different media like painting, video,
animation,
drawing and three dimensional works. For the exhibition at NAK the
artist will
produce a series of works which deal with the absent, the missing, the
empty
spot as a fragile, precarious element of being. The absent, elusive,
volatile,
and respectively “almost-nothing” as sense making
and at the same time brittle
sign of all being can let the viewer down into a tumble of significance.
Alexandre
da Cunha
often works with cheap mass
products, which often originate from the domestic environment. In these
apparently altered pieces, the implications of the political appear are
presented through the precarious and banal, and an artistic approach
which utilises
the idea of appropriation and refers to materials employed in daily
life. Like
the bricoleur, da Cunha reinterprets materials and their implict
meanings. More
recent works of the artist refer directly to the art systems and to
Modernism. The
conditions of perception and cognition of
Modern Art as well as the value of art is scrutinized through the use
of low-cost
materials.