MONODRAMAS
STAN DOUGLAS

ERÖFFNUNG:
Samstag 8 Juli 1995
20 Uhr

GEÖFFNET:
9 Juli — 13 August 1995

etwa 30 bis 60 Sekunden lang sind, scheint die Zeit in ihnen verlangsamt zu sein, da sie, im Gegensatz zur gewöhnlichen Fernsehmontage mit Sequenzen von weniger als einer Sekunde, in Realzeit gedreht wurden.

Monodramas verfügt über eine lineare Erzählstruktur (Anfang-Mitte-Ende); sein Schnitt übernimmt die melodramatische Semiotik des Fernsehens, die durch die Vorführung scheinbar absurder und sinnloser Themen gebrochen wird und Enttäuschung hervorruft. Ein Bus und ein Auto verhindern mit knapper Not einen Auffahrunfall; ein Wagen rollt einen Highway entlang, ein anderer parkt; ein Mann sieht einen Fremden von seinem Balkon aus, aber als er der Sache auf den Grund gehen will, ist er verschwunden; zwei Männner treffen sich, einer sagt “Hi Gary”, der andere antwortet “I”m not Gary”. Verneinung und Passivität sind ebenso vertraute Themen wie Unterbrechung, Disjunktion und Desorientierung: Themen, die die Unmöglichkeit von Kommunikation darstellen. Monodramas sollen weder mit Vorspann noch Erklärung gezeigt werden. Sie tragen eine Bedeutungskrise an ein Publikum, das nicht darauf vorbereitet ist, sich diese Krise bewusst zu machen. Die Absicht ist, mit den Sehgewohnheiten zu brechen und die Kontinuität des Fernsehens zu unterbrechen.

Zitiert aus: Stan Douglas, Ausstellungskatalog: Centre Georges Pompidou, Musée national d”art moderne, Galeries contemporaines, Paris 11.1.-7.2.1994.

Die Ausstellung wurde weiterhin in Madrid, Zürich, Rotterdam und Berlin gezeigt