Inintelligibel, was soviel wie nicht verständlich bedeutet, leitet sich aus dem philosophischen Adjektiv intelligibel ab. Der Begriff benennt nur über den Verstand erfassbare Gegenstände, welche der Sinneswahrnehmung unzugänglich sind. Inintelligibel hingegen beschreibt die Nicht-Verständlichkeit der intelligiblen Dinge. Sie bleiben sowohl der Sinneswahrnehmung als auch dem Verstand verborgen.

Die  Ausstellung  ‚Inintelligibel’ der Künstlerin Angelica Fernandez Ortiz (* 1983 in Köln) im Neuen Aachener Kunstverein reflektiert die zu intelligiblen und inintelligiblen Prozessen führenden Faktoren. Dabei untersucht Fernandez Ortiz das dichotome Verhältnis zwischen intelligiblen und inintelligiblen Prozessen, folgt dabei sowohl einem dokumentarischen als auch einem künstlerischen Ansatz. Ähnlich wie bereits der Begriff des Intelligiblen bzw. Inintelligiblen einem Verständnis und Wissenstand bedarf, stellt die Ausstellung gezielt Fragen nach Wissen und Unwissenheit, nimmt dabei aber stets Bezug auf aktuelle wissenschaftliche aber auch gesellschaftlich-kulturelle Phänomene. Weiterhin verhandelt Fernandez Ortiz in der Ausstellung das Spannungsfeld zwischen Transparenz, Kontrolle und Arbeitseffizienz.

Das rein dokumentarische Darlegen von Kognition im unteren Ausstellungsraum führt zu einer Begegnung mit inintelligiblen Gegenständen im oberen Raum; diese werden als Objekte präsentiert, welche intelligible Themen zu in Wachs und Harz konservierten Zeichensystemen und Textfragmenten transferieren. Es gibt keine Ansätze von Verfügbarkeit oder Interaktion, letztere  ist nur zwischen den Objekten und ihrer Phänomenologie zu vermuten. Die museale Inszenierung tritt der forschenden Sinnsuche entgegen – Dichotomie des Inintelligiblen und Intelligiblen entsteht.

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