Kathrin Sonntag
24 Halbwahrheiten
2016

Manuel Graf
Doppelgaenger
2014

Lone Haugaard Madsen
Raum#314
2012

JAN TIMME
Eine Sekunde
2009

Eine Sekunde im Film setzt sich aus 24 Einzelbildern zusammen – die von Jan Timme gewählte Sekunde aus “L’argent” (1983) von Robert Bresson zeigt, wie Geldscheine, darunter eine gefälschte Banknote, den Besitzer wechseln.
Mit “Eine Sekunde” für die Twodos setzt Jan Timme einen komplexen Kauf-, Verlosungs- und Tauschprozess von Film Stills und Rahmen in Gang, der die Mechanismen von Markt und Kapitalismus austestet und die Handlungsspielräume durch das Zufallsprinzip gezielt erweitert.

Jonathan Monk TWODO

Jonathan Monk
The Puzzle
2007

Das 24-teilige Stahlblech-Puzzle des Künstlers ergibt zusammengelegt ein geschlossenes Rechteck, ganz in der Tradition Carl Andrés. Jedes Twodo-Mitglied besitzt mindestens ein Teil des Puzzles, genauso wie der Künstler selbst ein Teil besitzt.

Das Zusammenfügen der Arbeit ist so nur in einem gemeinschaftlichen Treffen möglich. Die Twodos und der Künstler bleiben auch nach dem Projekt über die entstandene Arbeit verbunden.

MICHAEL STEVENSON
The Gift: The form and reason for exchange in archaic societies
2005

Das komplexe Projekt transformierte die Twodo-Mitglieder zu Ureinwohnern der indonesischen Insel Roti, die den gestrandeten australisch-schottischen Künstler Ian Fairweather 1950 retteten und als Gegenleistung sein Floß in Einzelteile für den täglichen Hausgebrauch zerlegten.

JOHANNES WOHNSEIFER
what has bilderberg twodo with black helicopter ?
2002

Das Gegenüber einer Sammlergruppe ist ein sinnreicher Bezugspunkt für die 2002 entworfene Arbeit von Johannes Wohnseifer. Basis seines Konzepts sind konspirative Strukturen in Politik und Gesellschaft, Phänomene von Geheimbünden und Verschwörungstheorien. Seinen Werkkomplex bestimmen Bilderberg-Konferenzen, Black Helicopters und andere nebulöse Erscheinungen der globalen Realität, aufgebaut aus einer Spielplatzlandschaft mit Turm, Rampe, Rutsche und Hängebrücke sowie Raumobjekten, Gemälden und Collagen.

fareedarmaly

Fareed Armaly
Malrose Plays
2000

Das Projekt nutzte die Melrose Place Bar (Leihgabe der Twodo Collection) im Künstlerhaus Stuttgart als Drehort der Videoserie Melrose Plays. Jedes Twodo-Mitglied bestimmte ein spezielles Requisit, Objekt oder Handlungselement als Product Placement, welches in ein gestaltetes Drehbuch aufgenommen wurde.

Michael E. Smith

2015

Craig Mulholland Twodo

Craig Mulholland
ILLEGITIMI NON CARBORUNDUM
2011

Mit ILLEGITIMI NON CARBORUNDUM verfolgt Craig Mulhollands seine laufende Recherche zur Rolle der Medien und Informationstechnologien im postindustriellen Kapitalismus. Die Installation, bestehend aus über 30 Elementen, stellt eine Art Klassenraum-Situation mit Bänken und Tafeln dar. Die fragil überarbeiteten Oberflächen der einzelnen Tischelemente tragen verschieden Markierungen. Weitere Teil der Gesamtarbeit ist eine digitale Operninszenierung.

Klaus Merkel
Stacks
2010

An einem bestimmten Punkt seiner Karriere entschied sich Klaus Merkel einen Inventarkatalog seiner bis dahin gemalten Bilder zu erstellen. Dieses Inventar nahm die Form von großformatigen “Katalogbildern” an, die im Grunde als Index fungieren, der jedes Bild im Maßstab 1:10 reproduziert.

Als fortdauerndes Projekt lädt Merkel Sammler oder Freunde ein, unterschiedliche Motive (mindestens 2, maximal 10) aus diesem Index auszuwählen. Die gewählte Kombination aus Motiven sowie die Hintergrundfarbe, die ebenfalls vom zukünftigen Besitzer der Arbeit entschieden wird, wird von Klaus Merkel erneut gemalt und in seinen sogenannten Stacks kombiniert. Merkel wirft dabei einen retrospektiven Blick aus sein Werk, bündelt, revidiert und aktualisiert es – en miniature und bildet gleichzeitig die individuellen Entscheidungen des Bildeigentümers ab.

Nina Canell

Nina Canell
Black Light (for Ten Performers)
2008

Skulpturale Intervention und kollektive Erfahrung zugleich, materialisiert sich diese Arbeit durch die Zusammenschaltung von zehn synchronisierten Lichtausfällen in den geographisch weit verstreuten Wohnungen der Twodo Mitglieder. Im Zeitraum von zwölf Monaten wird der jeweilige Blackout von der Künstlerin in unregelmäßigen Intervallen ausgelöst.

SIMON DYBBROE MOLLER
the view, the show, the word and the architect
2006

Die im Titel der Ausstellung angedeuteten unterschiedlichen Wahrnehmungs- sowie Präsentationsmöglichkeiten – sehen, zeigen, lesen – spiegeln die Vielfalt der Materialien und Medien, die der Künstler, der sich in seinen Arbeiten sehr häufig mit Phänomenen der Moderne auseinandersetzt, für seine Ausstellung einsetzt – von Neonschriften zu Videoprojektion, von Installationen bis hin zu lebenden Personen reicht das Spektrum seiner Ausdrucksformen.

ANNE-MIE VAN KERCKHOVEN
How reliable is the brain?
2004

Das Werk der Künstlerin steht für eine frühzeitige Multimedialität in der Gegenwartskunst, die vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Theorien synthetische Formfindungen aus stets subjektiven, von Konturen, Kompositionen und Farben bestimmten Visualisierungen zusammensetzt.

DANIEL ROTH
Zeitpassagen Dr. Dräcker - in den Höhlen des schwarzen Staubes
2001

Das im Jahr 2001 von Daniel Roth realisierte Projekt behandelt die mysteriöse Existenz des Ministerialdirigenten Edmund F. Dräcker in der deutschen Diplomaten und Mediengeschichte. Er hat Zeichnungen, Skulpturen und Objekte geschaffen, die als Spuren in den jeweiligen häuslichen Zusammenhängen Indizien der Anwesenheit des Diplomaten erzeugen – sei es an Wänden, in Regalen, Schränken oder aufgebrochenen Tischflächen.

Mel Chin
GALA Committee, Melrose Place
2000

In der Ausstellung Vorabendprogramm (2. März – 23. April 2000) stellte die Twodo Collection ihr Sammlungskonzept erstmalig öffentlich vor. Zu sehen waren eine Reihe von Arbeiten, die für die amerikanische Fernsehserie „Melrose Place” geschaffen wurden und dort als Requisiten, Inventar- und Ausstattungsstücke dienten. Realisiert wurden diese von über 100 Mitgliedern des ‘GALA Committee’ (Studenten und Künstler) zusammen mit Mel Chin für die Sendefolgen der Jahre 1997 und 1998 der weltweit bekannten Soap Opera. Initiiert wurde das Projekt 1995 von dem chinesisch-amerikanischen Künstler Mel Chin anlässlich seiner Einladung zur Ausstellung ‘Uncommon Sense’ im MOCA Museum of Contemporary Art in Los Angeles (1997). Die Realisierung der Arbeit stellt sich als eine komplexe, zuvor nie erprobte Kollaboration zwischen Künstlern, Museum und Fernsehen dar, innerhalb derer das TV-’Prime Time’-(bzw. in Deutschland Vorabend-) Programm als optimaler Ort einer künstlerischen Intervention (und „a massive condition for collaboration”) entdeckt wurde.  In den rund 50 ausgestrahlten Serienfolgen stand ein Millionenpublikum zur Verfügung – eine im Ausstellungskontext des ‚White Cube’ unvorstellbare Dimension. Mel Chin und das GALA Committee schufen mehr als 120 „Ausstattungsgegenstände”, deren Spektrum von Möbeln über Gemälde, die eigens für eine Serienfigur, die Malerin Samantha, im ‘hockneyesken’ Stil entworfen wurden, bis hin zu in die Dekorationen der Szenen eingestreuten Objekten und Zeichencodes, deren Zeichen beispielsweise auf Fast-Food-Tüten oder Bettbezügen erschienen und subversive Botschaften enthielten. In einem Zeitraum von über zwei Jahren wurden die Objekte erarbeitet und in die Serie eingebracht. Als Leitmotiv der Intervention steht die Idee des Virus, das „viral” (Mel Chin), d.h. medienkritisch, politisch und sozial, in ein bestehendes System eingreift und sich dann von dort aus weiterverbreitet, in diesem Fall überall dort, wo ‚Melrose Place’ ausgestrahlt wird und somit letztendlich global wahrnehmbar wurde.

Die Twodo Collection erwarb mehr als 50 der entstandenen Objekte in einer Benefizauktion bei Sotheby’s in Beverly Hills, Kalifornien, die im November 1998 den Abschluss des Kunstprojekts bildete.