quixotic essence of a breath of movement / 1x3
Daniela Georgieva

ERÖFFNUNG:
Samstag 27 Februar 2021
17 — 22 Uhr

GEÖFFNET:
28 Februar — 28 März 2021

Eröffnung: 27. Februar 2021, 17 – 22 Uhr
Laufzeit: 28. Februar – 28. März 2021

Konzept und Choreografie: Daniela Georgieva
Choreografie und Performance: Hugo Le Brigand, Alexandra Knieps, David Kummer, Clara Marie Müller, Sophia Seiss
Sound: Klinkhammer
Kostüme: Judith Schroiff
Kuratorin: Vanessa Joan Müller
Künstlerische Leitung: Maurice Funken

Der NAK Neuer Aachener Kunstverein freut sich mit quixotic essence of a breath of movement / 1×3 die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin Daniela Georgieva präsentieren zu dürfen.

Performative Format in institutionellen Räumen der Kunst verschieben den Fokus auf das “live” vor Ort zu Erlebende, die Konzentration auf die Präsenz sich bewegender Körper im Raum und das unabdingbar Vergängliche des Ereignisses. Was aber bedeutet es für eine Choreografie, das Format einer Ausstellung anzunehmen? Diese Frage ist der Ausgangs- punkt für Daniela Georgievas Projekt quixotic essence of a breath of movement / 1×3, das intensiv auf die radikal unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und Wahrnehmungsbedingungen eines institutionellen Raumes eingeht. Geogieva entwickelt eine performative Struktur für die Räume des NAK, die diese auch als Ausstellung, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und während der regulären Öffnungszeiten stattfindet, überdenkt. Die in der Performance verdichtete Zeit wird zu einer neuen Form von Dauer, der Raum ein Raum der Begegnung.

Schon seit einiger Zeit setzt sich Daniela Georgieva intensiv mit dem Judson Dance Theater auseinander, einem in den 1960er Jahren in New York gegründeten Zusammenschluss von Tänzer_innen, Choreograf_innen, bildenden Künstler_innen, Komponist_innen und Filmemacher_innen, der neu definierte, was alles als Tanz gelten kann. Die Performances des Judson Dance Theater umfassten alltägliche Bewegungen und Gesten, griffen die Strukturen von Spielen, einfachen Aufgaben und sozialen Interaktionen auf. Spontanität und unkonventionelle Kompositionsmethoden wurden betont. Mit seinem gattungsübergreifenden Ansatz, der sich als körperliche Annäherung und physische Erfahrung von Kunst, Tanz und Minimal Music versteht, prägte das Judson Dance Theater jenen „fluiden” Ansatz, der für unser gegenwärtiges Verständnis von Performancekunst wesentlich ist. Daniela Georgieva interessiert die aus dem Alltag abgeleitete, auf Improvisation basierte Bewegung als Streben nach Freiheit und Vielfalt in einem Tanz, der „gängige” Bewegungsmustern bewusst macht. Sie entwickelt die minimale Erzählsprache, die mit dem Judson Dance assoziiert wird, in ihrer eigenen tänzerisch-choreografischen Arbeit weitere und setzt den Fokus verstärkt auf die Relationalität von Körper und Raum. Dem Herantasten des Körpers an seine Umgebung korrespondieren andere Elemente wie Objekte, Licht, Klang und Stimme. Auch Collage, Fragmentierung, locker strukturierte Partituren, Zufall und Spontaneität charakterisieren quixotic essence of an breath of movement / 1×3. “1″ steht dabei für den Körper, “x” ist der Raum, und “3″ sind Objekt, Musik und Sprache. “x” meint aber auch den Ort des Zusammentreffens aller Elemente.

Drei Tänzerinnen und drei Tänzer interpretieren Bewegungsmuster des Gehens, Springens und der Begegnung. Ihre immer wieder leicht anders gestaltete Performance ist während der Öffnungszeiten des NAK in Intervallen zu sehen. Zeichnungen der Partituren und Videoaufnahmen des Entstehungsprozesses, aber auch des “finalen” Stückes verstehen sich parallel als Einladung an das Publikum, selbst die eigene Bewegung performativ zu erkunden. Die Frage nach der medialen Transkription des Tänzerisch-Performativen steht ebenso im Raum: Was passiert jenseits der jeweils aktuell sichtbaren “Vorführung”, welche Resonanzen erzeugt das Performative im Raum und wie lässt sich es sich dokumentieren?

quixotic essence of a breath of movement / 1×3 entfaltet ein Spannungsfeld zwischen choreografierter und alltäglicher Bewegung, zwischen Subjekt und Objekt, Zuschauer_innen und Teilnehmer_innen, das auf produktive Weise Erwartungen und Zuschreibungen unterläuft, um letztlich vor allem die Sensibilität und Selbstreflexion der Betrachter_innen zu aktivieren.

Über den aktuellen Stand der Vorbereitungen der Ausstellung berichtet der Projektblog Judson Dance Rework.

Mit freundlicher Unterstützung durch:

In Kooperation mit:

Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen und Depot Talstraße, Aachen